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Henryk Szeryng plays Vivaldi and Mozart
1 CD | 69min | Nr. SWR19041CD
CD 1: » Antonio Vivaldi: Konzert E-Dur op. 8 Nr. 1 RV 269 (Der Frühling - aus: Die vier Jahreszeiten)
» Antonio Vivaldi: Konzert g-Moll op. 8 Nr. 2 RV 315 (Der Sommer - aus: Die vier Jahreszeiten)
» Antonio Vivaldi: Konzert F-Dur op. 8 Nr. 3 RV 293 (Der Herbst - aus: Die vier Jahreszeiten)
» Antonio Vivaldi: Konzert f-Moll op. 8 Nr. 4 RV 297 (Der Winter - aus: Die vier Jahreszeiten)
» Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert Nr. 5 A-Dur KV 219 für Violine und Orchester

Henryk Szeryng zählt zu den großen Geigern des 20. Jahrhunderts. Er tritt hier als Geiger und Dirigent auf Originalbänder des SWR liegen der CD zugrunde Konzertmitschnitte vom 7. Dezember 1969.

Unter den großen Geigern ist Henryk Szeryng (1918–88) einer von denen, die zu Lebzeiten weltweit als überragende Erscheinung wahrgenommen wurden, jedoch heute weitgehend nur noch Kennern und natürlich in der Geigerwelt ein Begriff sind. Sein Nachruhm ist geringer als der seiner Kollegen Jascha Heifetz, Nathan Milstein, David Oistrach, Yehudi Menuhin, Isaac Stern oder Leonid Kogan, obgleich er zu Lebzeiten ohne Zweifel mit diesen in einem Atemzug genannt wurde. Hinsichtlich der instrumentalen Makellosigkeit und Kraft zählt er fraglos, zumal in seiner Glanzzeit, zu den Großmeistern des vergangenen Jahrhunderts, und die Schönheit, der Glanz seines Tons waren singulär.

In den beiden Konzertmitschnitten vom 7. Dezember 1969 mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester aus Pforzheim, das unter der Leitung des Solisten spielt, ist vom ersten Ton an die natürliche Autorität Szeryngs zu spüren, dessen geradlinig klar gezeichnete, die Eindeutigkeit der kontrastierenden Charaktere direkt und unverschleiert herausmeißelnde Vision sich unbedingt auf das ganze Ensemble überträgt. Die eigenwilligen, jedoch keineswegs unorthodoxen Temponuancierungen des Solisten können ihre gliedernde Wirkung entfalten, alles ordnet sich seinem extravertierten, maskulin energischen Spiel unter.

In Vivaldis unverwüstlichen Vier Jahreszeiten setzt Szeryng auf eindeutige, oftmals schroffe Gegensätze: wuchtiges Marcato, spritziges Staccato, makellos ausgeglichenes Legato und vor allem sein nahtlos alle Bogenwechsel überbrückendes, vollendetes Tenuto, das auch sein Mozart-Spiel grundlegend abhebt von fast allem, was heutige Ohren gewohnt sind. Bei Mozart kann man die Natürlichkeit der Darstellung bewundern, auch die nicht auf Effekt, sondern auf Logik und Deutlichkeit der Artikulation bedachte Wahl der Tempi.

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