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Hans Rosbaud dirigiert
Weber • Mendelssohn
1 CD | 80min | Nr. SWR19040CD
CD 1: » Carl Maria von Weber: Preziosa op. 78 (Ouvertüre)
» Carl Maria von Weber: Turandot-Ouvertüre op. 37
» Carl Maria von Weber: Der Freischütz op. 77 (Ouvertüre)
» Carl Maria von Weber: Beherrscher der Geister op. 27 (Rübezahl; Ouvertüre)
» Carl Maria von Weber: Konzertstück f-Moll op. 79 für Klavier und Orchester
» Felix Mendelssohn Bartholdy: Ein Sommernachtstraum op. 21 (Ouvertüre)
» Felix Mendelssohn Bartholdy: Scherzo (aus Ein Sommernachtstraum op. 61)
» Felix Mendelssohn Bartholdy: Nocturne (aus Ein Sommernachtstraum op. 61)
» Felix Mendelssohn Bartholdy: Capriccio brillant h-Moll op. 22

Fortsetzung der umfangreichen Reihe mit Aufnahmen Hans Rosbauds aus dem Archiv des SWR Zahlreiche niemals zuvor veröffentlichte Aufnahmen. Hans Rosbaud gilt als einer der bedeutenden Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Zwei berühmte Instrumentalisten: Yvonne Loriod und Robert Casadesus.

Disziplin, Begeisterungsfähigkeit, präzise Kenntnis der Orchesterinstrumente und unbedingte Werktreue sind an Hans Rosbaud immer wieder gerühmt worden, doch verstand sich Rosbaud keineswegs ausschließlich als Anwalt der Moderne. Er pflegte das gesamte Repertoire, dirigierte gerade in Aix-en-Provence mit Vorliebe Mozart-Opern, pflegte kontinuierlich die Oeuvres von Richard Wagner, Anton Bruckner und Gustav Mahler. Es ist daher nur gerecht, aus dem Nachlass des Neue-Musik-Spezialisten Rosbaud nun auch andere Aufnahmen zu veröffentlichen. Hier lernen wir ihn kennen als Interpreten frühromantischer Ouvertüren und Konzertwerke von Carl Maria von Weber und Felix Mendelssohn Bartholdy.

Webers Ouvertüren gelten als virtuose Orchester-„Schmankerln“, doch setzt Rosbaud hier deutlich andere Akzente, auch wenn er den blitzenden Klang keineswegs verschmäht. Er überzieht die Tempi nicht, sondern lässt die Themen sich in den verschiedenen Instrumentengruppen farbenreich entfalten; den Bolero- und Polonaisen-Rhythmus in der Preciosa kostet er ebenso genussreich aus wie den erzromantischen Hörnerklang im Freischütz. Die huschende Achtelbewegung in Mendelssohns Sommernachtstraum-Ouvertüre op. 21 (1826) wird hier präzise ausformuliert, ohne dabei ins Bürokratische abzurutschen, die unvergleichliche Stimmung dieses wahren Meisterwerks eines Siebzehnjährigen erhält durch Rosbaud jene wirklich traumhafte Ungreifbarkeit, die diese Musik so einzigartig macht. Ebenso sorgfältig erklingen auch das Scherzo und das Notturno aus der 1843 entstandenen Bühnenmusik op. 61.

Aber auch die beiden hier eingespielten Konzertwerke verdienen Neugier und Beachtung, kennt man doch den französischen Mozart- und Ravel-Spezialisten Robert Casadesus nicht unbedingt als Weber-Interpreten; dabei liefert er eine hochvirtuose Wiedergabe des dankbaren Konzertstücks f-Moll op. 79 (1821). Nicht minder interessant ist die Begegnung mit Yvonne Loriod, Spezialistin für die Moderne, vor allem für die Werke ihres Ehemannes Olivier Messiaen. Mendelssohns Capriccio brillant op. 22 (1832) perlt aus ihren Fingern, als hätte sie nie etwas anderes als romantische Virtuosenstücke gespielt.

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