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Mieczyslaw Weinberg »Sonate Nr. 2 op. 63 für Violoncello und Klavier (1958/1959)« | Dimitri Schostakowitsch »Sonate d-Moll op. 40 für Violoncello und Klavier« u.a.
1 CD | 71min | Nr. 93.176
CD 1: » Mieczyslaw Weinberg: Sonate Nr. 2 op. 63 für Violoncello und Klavier (1958/1959)
» Dimitri Schostakowitsch: Sonate d-Moll op. 40 für Violoncello und Klavier
» Boris Tschaikowsky: Sonate für Violoncello und Klavier (1972)
Pressestimmen:
Jung, sympathisch und von großer künstlerischer Reife...
Neue Württembergische Zeitung

Als Schostakowitsch 1934 seine Sonate für Violoncello und Klavier komponierte, war zwei Jahre zuvor der Sozialistische Realismus zur verbindlichen Kunstdoktrin für die Literatur erklärt worden: Neben parteilicher Widerspiegelung des Lebens wurden u.a. Allgemeinverständlichkeit, Volkstümlichkeit und Orientierung am künstlerischen Erbe gefordert. Es war nur eine Frage der Zeit, bis diese Richtlinien für alle Künste galten. Als am 28. Januar 1936 das mächtige ZK-Organ der KPdSU, die Prawda, in fetten Lettern »Chaos statt Musik« titelte und Schostakowitschs zweite Oper Lady Macbeth meinte, begann die Stalin’sche Kulturrevolution, die die Durchsetzung des Sozialistischen Realismus zum Ziel hatte und der im Zuge des Großen Terrors Dutzende Künstler zum Opfer fielen. Sah Schostakowitsch 1934 dies voraus? Zumindest fällt auf, dass in der Cellosonate avantgardistische Schreibweisen fehlen, obwohl er zuvor innovative Werke wie die 1. Klaviersonate (1926), die 2. Sinfonie (1927) oder seine Erstlingsoper Die Nase (1927/28) komponiert hatte. So ist der erste Satz der Cellosonate ein Sonatensatz, der sogar die klassische Wiederholung der Exposition vorsieht. Der zweite Satz scheint hingegen der Forderung nach Volkstümlichkeit Tribut zu zollen. Doch ganz so einfach ist es nicht.

93.176 Beiheft-Text als pdf (49 KB)

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