Kontakt | Impressum
Deutsch | Englisch
 
Kurtág György »Omaggio a Luigi Nono op. 16« | Kurtág György »Eight Choruses to Poems by Dezsö Tandori op. 23« u.a.
1 CD | 41min | Nr. 93.174
CD 1: » György Kurtág: Omaggio a Luigi Nono op. 16
» György Kurtág: Eight Choruses to Poems by Dezsö Tandori op. 23
» György Kurtág: Lieder der Schwermut und der Trauer op. 18 (Sechs Chöre für gemischten Chor mit Instrumenten)
Pressestimmen:
…nur wenige Ensembles vermögen die zeitgenössische Chormusik so virtuos, klangschön und differenziert darzustellen wie das großartige SWR-Vokalensemble unter Marcus Creed…
Fono Forum
Eine in allen Bereichen perfekte Leistung. Empfehlenswert.
Klassik.com

György Kurtág hat bis zum heutigen Tag keinen Kompositionsunterricht erteilt. Von seinem Instrument aus – dem Klavier – vermittelt er auf seine radikale und unnachahmliche Weise einen retrospektiv- aktuellen Zugang zur Musik aller Zeiten. Als Klavier-und Kammermusikprofessor, der er viele Jahre an der Budapester Franz- Liszt-Musikhochschule war, gilt seine Aufmerksamkeit immer dem Ausdruck, der Gestaltung jener Momente, die das in Noten Gesetzte ins geistige Klingende umwandeln. Ein Forscher im Innern der Töne, ein Ringender um den bestimmten Ausdruck eines bestimmten Moments.

Aus der Autarkie seines Komponistentums heraus ist alles, was er je geschrieben hat, daher aus dem Geist und aus dem Körperlichen des Kammermusikalischen gesetzt, also aus Keimzellen vielfältig filigraner Momente auf andere Klangträger übertragen, wie zum Beispiel auf ein Orchester, auf einen Chor oder auf heterogene Ensemblebesetzungen. Seine „Ursonate“, aus der heraus alle seine kompositorischen Eigenarten, seine Notationsexperimente, die Phobien zur pointierten Kürze, die Konfrontationen zwischen bizarr gestikulierenden Gebärden und schwermütig auf der Stelle tretenden Auswegslosigkeiten abgeleitet werden können, sind jene seit 1973 im ständigen Fluss und Weiterfließen gesetzten Spiele für Klavier (Játékok) – Anders gesagt: die drei hier editierten Werke für kollektive Singstimmen sind vokale Kammermusiken, Instrumentalmusik für Sänger. In ihnen ist die Verwandtschaftlichkeit zur Kürze, zum Extrem des Gegensätzlichen und zur Komprimierung expressiver Situationen der Klavierstücke nachweisbar und vergleichbar. Zwar sind die Tastendiademe zumeist textlos und daher ohne entschlüsselbares und hineininterpretierbares Programm ausschließlich autonome Musik. Aber auch die drei Chorwerke bestechen mit dieser Autonomie, mit dieser textunabhängigen Textabhängigkeit.

93.174 Beiheft-Text als pdf (69 KB)

nach oben