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Carl Czerny »Sinfonie Nr. 6 g-Moll« | Carl Czerny »Grande Symphonie Nr. 2 op. 781«
1 CD | 74min | Nr. 93.169
CD 1: » Carl Czerny: Sinfonie Nr. 6 g-Moll
» Carl Czerny: Grande Symphonie Nr. 2 op. 781
Pressestimmen:
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Auf einem runden Tisch im Musikzimmer lagen bis zu vier Partituren, mit denen der Hausherr simultan beschäftigt war. Ein großer Schrank diente ihm als Behältnis für Muster aller Arten – Passagenwerk, Figurationen usw. –, die nach Bedarf sofort verfügbar waren. Im Nebenraum bearbeiteten indessen die Assistenten, Schüler Czernys vor allem, was ihnen ihr Meister aufgetragen hatte: Während sie Abschriften anfertigten, entstanden zugleich abschnittsweise Transpositionen und andere Versatzstücke, die während der Kopiatur eingefügt wurden. So ließen sich auch bequem die heiklen Durchführungen produzieren – man musste nur ein vorgegebenes Motiv aus einem der Hauptthemen in Sept- oder verminderten Akkorden gehörig sequenzieren, und schon war »durchgeführt«, wofür andere, berühmtere Künstler, wie Czernys Lehrer Beethoven, bisweilen den Kopf vor die Wand hämmerten. Man musste halt nur die Anschlussstellen korrekt verkitten, und schon war der nächste Sonatenhauptsatz fertig.

Auf seine Weise war Czerny so etwas wie ein Genie. Nicht eigentlich als Komponist. Sondern als Methodiker und brillanter Analytiker. Ausgestattet mit einem hohen pianistisch-musikalischen Talent, das vorzüglich vom Vater, aber auch von Beethoven gefördert wurde, stieß schon der Knabe überall aufs Prinzip. Mit sieben Jahren machte er sich die ersten kompositorischen Notizen. Aus Interesse an der aktuellen Symphonik spartierte er sich die Orchesterstimmen der betreffenden Werke, wodurch er alles Wissenswerte über die Instrumentation lernte. Sein Sinn für den ordentlichen Umgang mit den Klaviertasten machte ihn schon damals zu einem frequentierten Lehrer.

93.169 Beiheft-Text als pdf (56 KB)

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