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Legends Live »Gerry Mulligan Sextet«
1 CD | 69min | Nr. 101700
CD 1: » Gerry Mulligan: For An Unfinished Woman
» Gerry Mulligan: Line For Lyons
» Richard Rogers: My Funny Valentine
» Gerry Mulligan: Idol Gossip
» Gerry Mulligan: Out Back Of The Barn
» Gerry Mulligan: Night Lights
» Gerry Mulligan: Song For Strayhorn
» Duke Ellington: Satin Doll
» Gerry Mulligan: K-4 Pacific

Der diskrete Charme des Baritons

Als jüngster von vier Brüdern lebte der gebürtige New Yorker Gerry Mulligan schon als Teenager an vielen Orten der USA und lernte nacheinander Klavier, Klarinette, Alt-, Tenor- und schließlich Baritonsaxophon. Der 20-jährige konzipierte mit Gil Evans und Miles Davis 1948 die revolutionäre Nonett-Musik für Birth of the Cool. 1951 gab der schlaksige rotblonde Typ mit dem großen Conn-Bariton sein Plattendebüt und wurde in Los Angeles Arrangeur der Stan Kenton Big Band. Mit Chet Baker formierte er ein berühmtes pianoloses Quartett und arbeitete als Sideman bei unzähligen Sessions. Allein das Etikett „West Coast Jazz“ mochte er nie: „Meine Bands hatten überall Erfolg gehabt.“ 1960 stellte er die erfolgreiche Concert Jazz Band auf und begann um 1968 eine zwar sporadische, aber lange Zusammenarbeit mit Dave Brubeck.

Mit fünfzig in Stuttgart blickte er bereits auf eine fast 30-jährige Karriere zurück und wurde um die Zeit ein vielgefragter Solist sinfonischer Saxophonkonzerte. In der Liederhalle präsentiert er sein handverlesenes Sextett. Schon der Opener For An Unfinished Woman zeigt, dass nichts nostalgisch gefärbt, sondern völlig zeitgemäß ist – ohne die Wurzeln der „Cool School“ zu ignorieren. Die inspirierten, eleganten Versionen von Klassikern wie Line For Lyons und My Funny Valentine sowie Mulligans Sinn für Dramaturgie liefern dafür den schlagenden Beweis.

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